Casting Shows - "fake" oder echt?

Reality Shows kennt ja mittlerweile jeder. Wenn man wie Heidi Klum oder Naomi Campbell ein berühmtes Model werden will, geht man am besten zu „Germany's Next Topmodel“ (GNTM), wenn man wiederrum Modedesigner werden will wie Karl Lagerfeld, geht man zu „Fashion Hero“, und wer zu viele Pfunde auf die Waage bringt, nimmt bei „The Biggest Loser“ teil. Diese Formate laufen auf angesagten Sendern wie ProSieben oder RTL. Aber was steckt hinter „Germany's Next Topmodel“ oder „Das Dschungelcamp“? 

Es gibt unzählige Formate von RTV-Shows. Von Model-Shows bis zu „Abnehm-Shows“ ist alles drin. Je nachdem, wofür man sich interessiert, es gibt fast immer etwas Sehenswertes (wenn man das so nennen will!). Der Erfolg ist riesig. Große amerikanische TV-Sender wie NBC und FOX nehmen viele Formate in ihr Programm auf, in Deutschland werden diese kopiert. Das Erfolgsformat „American Idol“ zum Beispiel lieferte Zuschauerzahlen von bis zu 23 Millionen.

Erst einmal sollte man klären, was eine „Reality TV Show“ (RTV) überhaupt ist. Das Wort setzt sich zusammen aus dem englischen Wort reality (also Realität) und TV show (Fernseh Schau) ab. 

Also, wenn wir das nun wissen, können wir eine RTV-Show analysieren. Ein Merkmal, das so ziemlich alle RTV-Shows gemeinsam haben, sind die einzelnen Gespräche vor der Kamera. Die Produzenten fragen die Teilnehmer/innen, wie sie sich in der Situation fühlen, in die sie derzeit versetzt sind. Nicht allzu selten kracht es vor der Kamera, da die Teilnehmer meistens weg von ihrer Familie und ihren Freunden sind und obendrein mit Fremden zusammenleben müssen - bestes Beispiel hierfür sind „Big Brother“ und „Das Dschungelcamp“, doch dazu später noch mehr. Die Teilnehmer werden oft unter emotionalen Druck gesetzt, wodurch nicht selten Tränen fließen können – das zieht die Zuschauer an, schließlich schaut man lieber zu, wie jemand weint, statt über das Leid im eigenen Leben nachzudenken. Bei vielen Formaten müssen die Kandidaten/Teilnehmer ein bestimmtes Ziel erreichen bzw. als letzter übrig bleiben, um fette Gagen und Wertgegenstände zu gewinnen. 


Mit der Zeit sinkt das Interesse natürlich, aber Nachschub neuer Sendungen folgt meist sofort. Um Zuschauer anzulocken werden oft Promis eingesetzt, die enorm hohe Gagen einstreichen. Ein weiteres Beispiel für den Goldesel Casting Shows ist Supermodel Tyra Banks. Sie hat Einnahmen in Millionenhöhe durch die Lizenzen, die sie an ausländische Fernsehsender verkauft, damit diese ihre Modelshow „America's Next Top Model“ ausstrahlen und eine eigene Version produzieren dürfen. 

Was kann man also abschließend sagen? RTV-Shows sind zwar beliebt, aber es bleibt unsere eigene Entscheidung, ob wir sie wirklich anschauen wollen. Die Quoten für „Das Supertalent“ auf RTL sind interessanterweise nicht mehr top, seitdem Ende 2011 „The Voice bzw. „The Voice Kids erstmalig ausgestrahlt wurden. Nur noch 2,84 Millionen Menschen sahen sich das letzte Finale an - im Vergleich zu 12,8 Millionen Zuschauern bei der die 1. Staffel! Weiden wir uns also wirklich so gerne am Leid anderer Menschen, oder haben wir inzwischen vielleicht sogar kapiert, dass es nur kurzfristig Spaß macht, sich über talentfreie Kandidaten lustig zu machen, und es eigentlich doch interessanter ist, wirklichen Talenten beim Singen oder Tanzen zuzusehen? 







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